
Die Avacon Natur GmbH und die AGL GmbH, als Eigentümerin und Betreiberin der Lüneburger Großkläranlage, sowie die Hansestadt Lüneburg arbeiten gemeinsam daran, künftig die im gereinigten Abwasser der Klärwerkanlage der AGL GmbH enthaltene Wärme für die Fernwärmeversorgung der Stadt zu nutzen. Entsprechende Verträge wurden am 24.08.2026 unterschrieben. Damit soll ein wichtiger Beitrag zur klimafreundlichen und langfristig sicheren Wärmeversorgung in Lüneburg geleistet werden. Realsiert wird das Gemeinschaftsprojekt von der AVACON Natur GmbH und der AGL GmbH, wobei die AVACON Natur GmbH in den Neubau der Abwasser-Großwärmepumpe, sowie die Anbindung der Anlage an ihr Fermwärmenetz Lüneburg-Mitte und die AGL GmbH in den Neubau von Anlagen der erforderlichen Wasserzuführung und Ableitung, sowie den erforderlichen Steuerungskomponenten zur Integration der Großwärmepumpe in den bestehenden Kläranlagenbetrieb investieren wird. Die Anlage soll 2030 ihren Betrieb aufnehmen und wird dann gemeinschaftlich von der AVACON Natur GmbH und der AGL GmbH betrieben, wobei bei der AGL GmbH zusätzliche Erlöse durch die Gestattung des Anlagenzugangs und der Entnahme von Abwasser-Rohwärme durch die AVACON Natur GmbH generiert werden.

Geplant ist der Bau einer Abwasser-Großwärmepumpe in direkter Nachbarschaft zur Kläranlage der AGL GmbH. Sie entzieht dem bereits gereinigten Abwasser einen Teil seiner Wärme und hebt diese mithilfe elektrischer Energie auf ein Temperaturniveau an, das für die Fernwärmeversorgung genutzt werden kann. Das abgekühlte Abwasser wird anschließend wie bisher in die Ilmenau eingeleitet. Die Abwasserbeseitigung und der sichere Betrieb der Kläranlage haben dabei jederzeit Vorrang.
Von rund jährlich 8-10 Mio. m3 Abwasser sollen bis zu 6,5 Mio. m3 über die Abwasser-Großwärmepumpe geführt werden, wobei das Wasser um 5-7 K abgekühlt wird, so dass jährlich bis zu 37,8 Mio. kwh/a an Abwasser-Rohwärme entnommen werden sollen, um damit eine Wärmeleistung von rund 60,0 Mio. kwh/a in das Fernwärmenetz einspeisen zu können. Die AVACON Natur GmbH plant die Installation einer thermischen Anlagenleistung von 10,4 MW.
Die erzeugte Wärme soll über eine rund einen Kilometer lange Leitung in das bestehende Fernwärmenetz Lüneburg-Mitte eingespeist werden. Durch die Nutzung der Abwasserwärme könnte der Anteil erneuerbarer Wärme in diesem Netz deutlich erhöht werden. Perspektivisch ist die Anlage zudem ein wichtiger Baustein für die weitere Verbindung und Dekarbonisierung der Lüneburger Wärmenetze.
Die Planung der Abwasser Großwärmepumpe erfolgt in enger Abstimmung mit der zukünftigen Weiterentwicklung des Klärwerks. In den kommenden Jahren stehen dort weitere umfangreiche Maßnahmen an. Dazu gehören unter anderem neue Abwasser-Rückhalteanlagen, die Erneuerung von Leitungen und Dükern sowie voraussichtlich der Bau einer vierten Reinigungsstufe aufgrund neuer europäischer Anforderungen an die Abwasserreinigung. Auch eine weitergehende Aufbereitung von gereinigtem Abwasser zu Brauchwasser wird untersucht.
Da diese Vorhaben teilweise dieselben Flächen und technischen Anlagen betreffen, werden sie gemeinsam betrachtet und aufeinander abgestimmt. Bis spätestens Anfang 2027 soll die Standort- und Verfahrensplanung für die zukünftige Erweiterung des Klärwerks so weit konkretisiert sein, dass anschließend die neue Wasserführung einschließlich der Großwärmepumpe detailliert geplant werden kann.
Das gemeinsame Projekt verbindet damit zwei wichtige Aufgaben der kommunalen Infrastruktur: eine zukunftsfähige Abwasserbeseitigung und die schrittweise Umstellung der Lüneburger Wärmeversorgung auf klimafreundliche Energiequellen.
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