Du betrachtest gerade Messung von Lachgas im Kläranlagenbetrieb
[Bildquelle: AGL; KI-Bild]

Messung von Lachgas im Kläranlagenbetrieb

Kläranlagen schützen Gewässer, indem sie Schadstoffe aus dem Abwasser entfernen. Gleichzeitig können aber bei der biologischen Reinigung klimaschädliche Gase entstehen. Dazu gehört Lachgas (N₂O). Es bildet sich vor allem bei der biologischen Stickstoffentfernung und ist über 100 Jahre betrachtet etwa rund 270-mal klimaschädlicher als Kohlendioxid (CO₂) [Quelle: 6. Sachstandsbericht des Weltklimarats (IPCC)].

Um die Klimawirkung einer Kläranlage zu verstehen und zu verringern, ist es wichtig, die Lachgasemissionen zu messen. Die AGL GmbH hat daher bereits mit kontinuierlichen Messungen begonnen, auch wenn dazu noch keine standardisierten Messverfahren in der Abwasserbranche etabliert sind.

Warum sind Lachgasmessungen wichtig ?

Die Lachgasbildung hängt unter anderem von folgenden Bedingungen ab:

● Zusammensetzung und Belastung des Abwassers,

● Sauerstoffversorgung,

● Temperatur,

● Betriebsweise der biologischen Reinigungsstufe.

Da die Emissionen im Tagesverlauf stark schwanken können, reichen Einzelmessungen oft nicht aus. Kontinuierliche oder regelmäßige Messungen zeigen, wann besonders viel Lachgas entsteht und unter welchen Bedingungen. So lassen sich Ursachen erkennen und gezielte Maßnahmen ableiten.

Die Messergebnisse können in verschiedene Bereiche des Anlagenbetriebs einfließen. Sie unterstützen eine bedarfsgerechte Steuerung der Belüftung und anderer Prozessschritte. Dadurch lassen sich möglicherweise Energieverbräuche senken und gleichzeitig Lachgasemissionen vermeiden.

Klimaschutz und Reinigungsleistung müssen dabei gemeinsam betrachtet werden. Die Abwasserreinigung muss zuverlässig funktionieren und gesetzliche Anforderungen erfüllen. Ziel ist ein klimafreundlicher, energieeffizienter und stabiler Betrieb.

C02, Methan und Lachgas: Die wichtigsten Treibhausgase einfach erklärt